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Zusammenspiel zwischen Medien und Politik

Studio Eschborn beginnt am 1. April 1963 der offizielle Sendebetrieb des ZDF.  Foto: Punctum/ Bertram Kober

Studio Eschborn beginnt am 1. April 1963 der offizielle Sendebetrieb des ZDF. Foto: Punctum/ Bertram Kober

»40 Jahre Informationsfluss"« nennt Peter Muzeniek 1989 seine Plastik - drastisches Bild für den Überdruss an der linientreuen DDR-Presse. Foto: Punctum/Bertram Kober

»40 Jahre Informationsfluss“« nennt Peter Muzeniek 1989 seine Plastik – drastisches Bild für den Überdruss an der linientreuen DDR-Presse.
Foto: Punctum/Bertram Kober

Wie entwickelte sich die freie Medienlandschaft in der Bundesrepublik? Wie funktionierte die zentral gesteuerte Medien-Diktatur in der DDR?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Wanderausstellung »Unter Druck! Medien und Politik« im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig und widmet sich dem Thema: Medien vs. Politik.

Durch Medienberichte werden politische Inhalte transportiert und gesellschaftliche Diskussionen können entfacht bzw. befördert werden. Politische Affären und die dazugehörigen Medienkampagnen tragen mitunter Züge von symbiotischer Wechselwirkung. Die Ausstellung zeichnet die Medienentwicklung seit 1945 nach und diskutiert die »aktuellen Herausforderungen der digitalen Revolution«.

Über 900 Objekte veranschaulichen die Rolle der Medien, unter anderem kann der Original-Mitschnitt (Der Rubikon ist überschritten.) von Bundespräsident Wulff a. D. – auf die Mailbox des »Bild«-Chefredakteurs Kai Diekmann – erstmals gehört werden.

Demokratie und Diktatur

Seit 1949 garantiert in der Bundesrepublik Deutschland das Grundgesetz die Pressefreiheit. Doch ihre Ausübung durch die Medien vollzieht sich nicht ohne Konflikte. Eine wichtige Bewährungsprobe ist 1962 die „Spiegel-Affäre“. Für die Härte des Streits steht in der Ausstellung eine Zellentür aus dem Trakt des Hamburger Untersuchungsgefängnisses, in dem „Spiegel“-Herausgeber Rudolf Augstein einsaß. In der DDR dagegen sind Presse und Rundfunk von Anfang an Herrschaftsinstrument der SED. Sie bestimmt die Berichterstattung und kontrolliert Ausbildung und Karrieren der Journalisten. „Unsere Presse – die schärfste Waffe der Partei“, so formulieren die kommunistischen Funktionäre schon 1950 ihren umfassenden Anspruch.

Marktmacht

Hinter Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen stehen Unternehmen mit eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen. Dass sie dadurch auch selbst in die Kritik geraten können, zeigt die Ausstellung anhand der Proteste gegen den Verleger Axel Springer in den 1960er Jahren. Fotos, zeitgenössische Sprechchöre, Pflastersteine und die Ausrüstung eines Polizisten veranschaulichen die damaligen Auseinandersetzungen mit den studentischen Demonstranten in West-Berlin.

Wandel der Öffentlichkeit

Wie sich unabhängiger Journalismus angesichts sinkender Auflagen und Werbeeinnahmen zukünftig finanzieren lässt, ist offen. Gleichzeitig beeinflussen die Bürger über soziale Netzwerke zunehmend selbst die öffentliche Meinungsbildung. Als Beispiel dient in der Ausstellung der Hashtag „aufschrei“ bei Twitter im Frühjahr 2013, der eine gesellschaftliche Debatte über Sexismus im Alltag anstieß.

 

Unter Druck! Medien und Politik
5. Dezember 2014 – 9. August 2015

Wanderausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig
Grimmaische Str. 6
04109 Leipzig

www.hdg.de/leipzig

Öffnungszeiten
Di – Fr: 9 – 18 Uhr
Sa/ So: 10 – 18 Uhr
Eintritt frei

 

Begleitbuch zur Ausstellung

Das Buch »Unter Druck! Medien und Politik«* ist mit Beiträgen namhafter Experten und Zeitzeugen, darunter Kai Diekmann, Ernst Elitz, Uwe-Karsten Heye und Frank Plasberg, im Christof Kerber Verlag erschienen. Wie gestalteten sich die wechselvollen Beziehungen zwischen Journalisten, Medienmachern und Politikern? Was änderte sich nach der sogenannten »Spiegel«-Affäre und welchen Einfluss hatte der Axel Springer Verlag auf gesellschaftliche Diskussionen insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren.

208 Seiten

 

 

 

Teaser-Foto: Plakatmotiv zur Ausstellung»Unter Druck! Medien und Politik« von atelier42 visuelle kommunikation, Halle

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Haus der Geschichte/ Zeitgeschichtliches Forum 

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